CDU-Kandidat kritisiert Merz: „Er hätte sagen müssen: Ich habe geflunkert“ | Bernd Siggelkow (Arche)
Shownotes
Bernd Siggelkow ist Pastor und Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“. Und seit einigen Jahren nun CDU-Politiker. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er mit Kindern und Familien in sozialen Brennpunkten. Jetzt will er selbst in die Politik und spart dabei auch die eigene Partei nicht mit Kritik aus.
Im Gespräch mit der JUNGEN FREIHEIT spricht Siggelkow ungewöhnlich offen über Friedrich Merz, Angela Merkels „Wir schaffen das“, den Vertrauensverlust der etablierten Politik und den Aufstieg der AfD.
Warum benennt die AfD aus seiner Sicht Probleme, über die andere Parteien jahrelang geschwiegen haben? Was hält er von der Brandmauer? Und warum glaubt er, dass die AfD vor allem von den Fehlern der anderen Parteien profitiert? Über sein Werdegang, seine Anfänge mit Hilfe für Kinder aus armutsgeprägten Elternhäusern erzählt er offen. Und was er sich jetzt von der Politik erhofft.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Damals gab es ein bis zwei Millionen Kinder in finanzieller Armut, heute weit über drei Millionen.
00:00:04: Es ist immer noch so das Bildung abhängig vom Einkommen der
00:00:07: Eltern.".
00:00:07: Er ist nicht der bekannteste Berliner CDU-Politiker aber meiner Meinung nach der spannendste!
00:00:12: Er kritisiert offen seine eigene Partei ex Kanzlerin Merkel oder sogar Friedrich Merz.
00:00:17: Und sie meinte uns, die schaffen müssen.
00:00:22: Die Ehrenamtlichen und die sozialen Einrichtungen, die das Problem auffangen.
00:00:26: Das haben wir im Jahr zwei Tausend Fünfzehn natürlich gemerkt.
00:00:28: Dann hat sich tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes der Stadtbild verändert.
00:00:31: Auf einmal kamen unglaublich viele Geflüchtete.
00:00:34: Die Brennpunktgebiete wie Matzahn Hellersdorfer oder so sind dann überflutet worden, überreizt worden mit diesen Herausforderungen.
00:00:40: Er selbst ist kein klassischer Parteisoldat sondern hat vor über dreißig Jahren das christliche Kinder- und Jugendwerk die Arche gegründet in Berlin-Hellersdorf In dem Viertel, in dem die Armut nach dem Mauerfall besonders spürbar war.
00:00:53: Weil
00:00:53: ich einen Ort schaffen wollte wo Liebe und Beziehung der Schlüssel zum Herzen eines Menschen ist und nicht irgendwelches Programm.
00:01:02: Heute habe ich den Gründer und Pastor Bernd Siegelko zu uns bei und zuerst bei der Jungen Freiheit.
00:01:06: Herzlich willkommen!
00:01:07: Hallo danke für die Einladung.
00:01:09: Ja äh... Die erste Frage sie sich mir stellt.
00:01:13: Sie kandidieren für die CDU jetzt Warum?
00:01:17: Warum also?
00:01:18: Ganz ehrlich, im Jahr zwanzig war so das Jahr wo mir der Kragen geplatzt ist.
00:01:22: Ich kämpfe ja schon seit vielen Jahren gegen soziale Ungerechtigkeit und Kinderarmut.
00:01:26: Versuche mich für Menschen einzusetzen, die nicht so eine große Lobby haben und habe damals einen Buch veröffentlicht.
00:01:31: Das ist das Verbrechen an unseren Kindern!
00:01:33: Und hab noch mal Ross und Reiter benannt.
00:01:35: wer auch ein bisschen Schuld hat an dieser ganzen Situation wie wenig passiert es aber auch Lösungsansätze?
00:01:40: Ich dachte so jetzt kommt der große Wurf.
00:01:41: die Politiker kommen hier zu sagen hey das geht so nicht.
00:01:43: oder sie sagen gute Vorschläge.
00:01:45: und im Grunde kam niemand außer Karsten Linnemann der hatte mich gerade damals mit Michael Friedmann in seinen Podcast eingeladen musste mir im Grund bei vielen Dingen die ich gesagt habe recht geben.
00:01:54: Dann passiert aber nichts.
00:01:54: Dann sah ich die Ampel, die immer weiter scheiterte und dachte so ... ... zwanzig Jahre wirst du gefragt ob du nicht in die Politik gehst.
00:02:01: jetzt geh ich weil ich einfach was verändern will?
00:02:03: Weil ich in meinem Land nämlich lebe Gerechtigkeit sehen möchte und mehr Demokratie.
00:02:08: und dann bin ich in die CDU eingetreten Und dann war mir relativ schnell klar Ich möchte nicht nur irgendwo in der Ecke sitzen sondern ich möchte etwas tun und habe mich gefragt.
00:02:15: Und dann hat man gesagt, ok da wird ein Posten sozusagen frei.
00:02:19: Du kannst kandidieren für Matzahlen Mitte.
00:02:21: Ich wollte was ganz anderes aber ich habe gesagt okay das mache ich dann.
00:02:24: Ich bin tatsächlich heute durch ihrem Wahlkreis gefahren und sah dann ihre großen Plakate und es steht groß drauf Kümmern statt
00:02:32: quatschen.
00:02:34: Jetzt haben sie sich aber über dreißig Jahre doch gekümmert Und jetzt kommt es in Betrieb, wo Quatschen großgeschrieben wird kann man so sagen oder?
00:02:41: Na gut am Ende des Tages wird man an seinen Früchten erkannt.
00:02:43: und die Früchtchen sag ich immer, die erkennt man heute schon.
00:02:46: Es gibt da viele Früchtchen, die viel zu labern haben aber eben des Tages kommen nichts raus.
00:02:51: Ich bin nicht der typische Politiker, nicht der type Partei-Politiker vor allem, sondern derjenige, der versucht mit Worten... die Taten zu verbinden.
00:02:59: Wir waren als Organisationen die einzige Organisation, die während den Lockdown an den Türen ihrer Menschen war.
00:03:05: Jeden Tag!
00:03:06: Wir haben Lebensmittel gebracht wir haben moralisch unterstützt und wir haben eben dort auch die Enttäuschung der Menschen kennengelernt.
00:03:12: beim Angriffskrieg auf die Ukraine habe ich nicht nur das größte Versorgungszentrum in Marzahn-Hellersdorf für die vielen Ukrainer gehabt sondern eben die Frauen mit ihren Kindern auf meinen Hof gelassen über Stunden damit sie miteinander austauschen können.
00:03:25: mir war es immer wichtig den Finger in die Wunde zu legen, sondern die Lösung zu zeigen.
00:03:30: Wie können wir schnell und unkompliziert den Menschen helfen ohne sie zu überfahren?
00:03:35: Das erste Mal von der Arche habe ich mitbekommen – man muss sagen im Kontext, wir sind zugezogene!
00:03:41: Wir sind nicht Ur-Berliner.
00:03:43: aber das erste mal als ich von einer Arche mitbekomme habe in unserem Bezirk ist... Ich hab mir eine Reportage angeschaut aus dem BDR.
00:03:53: Die wurde zwei Tausend Text gedreht von einem kleinen Dominik.
00:03:58: Zirkus ist nicht.
00:03:59: Und der seine kleine Schwester, die dreijährige Schwester beschützt hat für sie wie ein Vater, Ersatzvater war.
00:04:05: und er war selber erst sieben oder acht ich weiß es nicht.
00:04:09: und dann gab's ja diese Szene wo er bei ihnen da gegessen hatte in der Arche und da habe ich auf einmal einen anderen Jungen erkannt.
00:04:19: das war mein Nachbarsjunge also Nachbars mittlerweile im abwachsenen Alter Und aus ihm ist was geworden.
00:04:27: und so sind wir ins Gespräch gekommen.
00:04:29: Da habe ich erst verstanden, was für ein Einfluss die Arche doch in dem Bezirk hat dass sie viele Menschen, die dort leben und mittlerweile ein geregeltes Leben führen doch aus absolut ärmlichen Verhältnissen kommen und vielleicht auch dank ihnen daraus gekommen sind.
00:04:46: Ich treffe jeden Tag auf der Straße bei meinem Wahlkampf, ich kandidiere ja mal zur Mitte ehemalige Arschekinder.
00:04:51: Wir sind da eine relativ große Einrichtung.
00:04:53: wir haben viele Biografien verändert und vor einigen Jahren schrieb mir einen junger Mann Danke Bergt dass du meine Kindheit gerettet hast Und das erlebe ich auf der Straße, dass viele Erwachsene auf mich zukommen und sagen, hey du bist doch Bernd aus der Arche.
00:05:05: Danke, dass du als wir Kinder waren immer gut zu uns warst.
00:05:08: Wir haben in dem Fall viel erreicht sag' ich mal und haben versucht nicht die Menschen zu verurteilen weil in der Anfangszeit haben immer die Leute gesagt naja ihr füttert die Kinder, weil die Eltern zu faul sind, die verrauchen und versaufen das Geld.
00:05:19: dann habe ich mir gesagt vollkommen der Quatsch, weil wenn so viele Eltern das Geld versaufen würden dann würden wir ein ganz anderes gesellschaftliches Problem haben.
00:05:26: Es sind halt ungleiche Chancen in unserer Gesellschaft und das merkt man letztendlich beim Kind.
00:05:31: denn wenn wir nur vom Bildungsstand angucken dann ist die Bildung unserer Kinder abhängig von Einkommen der Eltern und vom Förderverein der Schulen.
00:05:38: Und wenn die Kinder im Brennpunkt leben dann leben viele dieser Kinder mit den gleichen Hintergrund zusammen und die Herausforderungen sind groß.
00:05:45: und das haben wir eben über viele Jahre nicht nur in Hellersdorf sondern die Archisa mittlerweile deutschlandweit groß und stark, sag ich mal haben wir erkannt.
00:05:52: Und versuchen dort sehr individuell zu helfen unter anderem dem Dominik der ja schon damals eine Mutter mit vier Kindern hatte die mit neunundzwanzig Jahren vor der Kamera stand und gesagt hat nach ihren Lebens wünschen.
00:06:05: sie sagte ich wünsche mir nichts.
00:06:06: ich wünschte mir nur meine Jugend zurück.
00:06:09: Sie war so, als wenn sie jetzt bald sterben würde vom Typ her.
00:06:13: Sie hatte sich selber aufgegeben keine Hoffnung, keine Chance.
00:06:16: und das Gleiche hat sie ihren Kindern suggeriert weil ihr auch als Kind jemand eine Chance gegeben
00:06:19: habt.
00:06:21: Wie waren überhaupt die Anfängen?
00:06:23: Wollen wir jetzt mal weg von der Politik?
00:06:25: wie hat das Ganze überhaupt angefangen?
00:06:27: in Matzahn?
00:06:28: Also erst mal bin ich selber in Armut groß geworden, meine Mutter ging als ich sechs Jahre alt war und bei uns spielten zwei Dinge zusammen eine Rolle.
00:06:34: Nämlich die finanzielle Armut und die emotionale Verarmung.
00:06:37: Ich saß nie auf dem Schoß meiner Eltern.
00:06:39: Bei uns gab es keine Liebe.
00:06:40: Viele Jahre später habe ich mich entschieden Christ zu werden weil mir jemand gesagt das gibt jemand der mich liebt.
00:06:44: er sprach von Gott aber davon hatte ich gar keine Ahnung.
00:06:47: Aber das fehlte mir meinem Leben und ich wollte immer etwas für Kinder tun damit's ihnen besser geht als mir.
00:06:52: Und nach meiner Kaufmenschenausbildung hab' ich dann mein Theologischstudio mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugend Arbeit gemacht Und kam dann in den Kinderreistenbezirken nach Europa, nämlich nach Hellersdorf um dort für junge Leute eine Veranstaltung zu machen.
00:07:05: Weil eine Kirche dort eine Jugendkirche gründen wollten.
00:07:09: Völlig blauäugig und ich war bei den Kids gewesen und hab gemerkt die brauchen was ganz anderes als Kirche.
00:07:14: Die brauchen Menschen, die sich in sie investieren über viele Jahre und Beine sind.
00:07:18: Die Kirche ging, ich kam und begann sozusagen in meinem Wohnzimmer mit zwanzig Kindern die erste Arche weil ich einen Ort schaffen wollte Wo Liebe und Beziehung der Schlüssel zum Herzen eines Menschen ist, nicht irgendwelches Programm.
00:07:31: Aber ist das denn ein Widerspruch Kirche?
00:07:34: Und Nächstenliebe in dem Fall wie Sie die leben oder...
00:07:38: Überhaupt
00:07:38: nicht!
00:07:38: Die anderen würden doch sagen sie sind der perfekte Christ, der die Nächtenliebe auslebt oder nicht?
00:07:43: Na
00:07:43: gut, der perfekt Presk-Christ bin ich ganz bestimmt nicht weil ich bin auf der Straße groß geworden und habe einen ganz anderen Hintergrund und ich bin heute auch vielleicht eher der Dynamischerer.
00:07:50: Ich sage den Leuten auch meine Meinung Auch wenn ich Christ bin sehe auch nicht immer alles nur Optimistisch, ich rede auch Klartext wo mancher vielleicht sagen würde hey du solltest vielleicht ein bisschen verbindender sein als Christ.
00:08:01: Da habe ich eine andere Einstellung weil ich bin vielleicht auch eher der rupige Typ.
00:08:04: deswegen komme ich auch so gut mit den rupigen Leuten bei mir in einer Einrichtung klar.
00:08:08: ja natürlich der Auftrag der Key ist nächsten liebe dahin zu gehen wo die Menschen sind und verloren gehen sag ich mal so wie es die Bibel sagen würde.
00:08:16: aber ich hab in der Anfangszeit sehr oft erlebt ... dass dann befreundete Pastoren mich so von oben... ... es unten angeguckt haben, gesagt haben.
00:08:23: Na Bernd, machst du immer noch deine Kinderarbeit so mitleidig?
00:08:27: Dann habe ich immer gesagt, ich beabwende diese keine reichen Witwen.
00:08:31: Am Anfang war das schon nicht ganz so einfach,... ...dass da ein Pastor seine ganzen Ämter aufgibt und sich irgendwelchen Kindern hin gibt,... ...die niemals in ihrem Leben Kirchensteuern zahlen werden... ...und der Kirche auch nichts bringen
00:08:41: würden.".
00:08:42: Das hat sich geändert, sag ich mal.
00:08:43: heute sehen die Menschen auch in den Kirchen das andere zu sagen wow da ist einer der dahin gegangen ist wo es eben schwierig ist und viele sind gekommen haben dann auch gesagt das könnten wir nicht.
00:08:55: Das herrscht ein anderer Ton das sind andere Leute.
00:08:59: ich weiß nur als ich an meiner ersten Gottesdienste gehalten habe und ich sage das ganz offen da rief einen Teenager einen Mädchen.
00:09:07: Ich hatte jedes Leben, die kamen auch zum Gottesdienst.
00:09:10: Und dann waren einige ihrer Freundin da und sah mich und schrie dann einmal quer durch diesen Raum.
00:09:14: Hey Bernd du alte Fotze wie geht's dir?
00:09:18: Also diese klassischen Christen guckt mich an, sagt was hier ist los... ...und dann hab ich gesagt Leute es ist ihr ganz normaler Umgangstodend bleibt ganz easy so spricht sie eben.
00:09:25: aber das ist eben auch die Herausforderung.
00:09:27: Wenn man im Brennpunkt arbeitet denn bremts und da muss man sich mit Schutzkleidung bekleiden innerlich gesehen bildlich gesehen
00:09:35: Schwierig am Anfang, was waren da für Schwierigkeiten bei der Gründung?
00:09:41: Naja schwierig war natürlich, dass ich nicht in Auftrag einer Kirche gekommen bin im Auftrag des Staats.
00:09:46: Also ich habe das ja erst mal ganz alleine gemacht.
00:09:48: die musste erstmal Leute finden, die das gleiche Interesse hatten wie ich weil heute ohne Vereinen wird man nichts.
00:09:54: dann wird mir immer ein bisschen komisch angeguckt und dann hab' ich eben Leute gefunden die ein ähnliches Anliegen hatten und habe damit sieben Personen oder neun Personen einen Verein gegründet mit dem Ziel sich um Kinder zu kümmern was sich so ganz einfach war weil man ist ja immer der Außenseiter eine christliche Einrichtung sein, dass man das auch lesen kann und auch bei uns immer reingucken kann.
00:10:15: Und die Anfangszeit war ganz häufig so es wollten Kinder in die Arche kommen aber dann haben die Eltern gesagt ihr geht nicht zu Christen und da musste sich der Ruf erst mal verändern.
00:10:24: Die Hellasoffice-Nationalen-Six und Achtzig entstanden überwiegend junge Familien, die mit Kirche und Gott gar nicht anfangen konnten.
00:10:31: Wir wollten ja auch nicht missionieren, aber wir wollten eben diese Grundprinzipien, diese christlichen Werte der Liebe, der Toleranz das Mitmenschliche den anderen höher achten als ich selber – das wollten wir in den Mittelpunkt stellen.
00:10:43: Aber denen leuten nicht das Gefühl geben, wir wollen euch jetzt in die Kirche bringen und missionieren.
00:10:48: Mittlerweile ist die Arche vielleicht ein Gütesiegel für Kirche oder Christen?
00:10:52: Das hat sich sehr verändert!
00:10:56: Ich stelle mir das schwer vor und im Gespräch davor haben sie auch gesagt, also man ist in einem Bezirk wo die PDS regiert hat.
00:11:06: So kann man sagen über Jahre lang ja gerade erst alles ist zerfallen Die Mauer ist gefallen, die Armut bricht ein Und die Partei die für das kleine Volk da ist und den kleinen Mann vertritt sieht sich hier konfrontiert mit jemanden von außerhalb der überhaupt nicht deren Werte teilt und versucht jetzt genau ihre Arbeit zu übernehmen.
00:11:32: Wie wurde das aufgenommen?
00:11:33: Also natürlich war die Herausforderung sehr groß, weil die damalige politische Meinung war ja, dass Staat muss alles richten da kann ich irgendwie eine Privatperson kommen und dann auch noch ein Christ kommen und hier irgendwas durcheinander bringen.
00:11:44: Und augenscheinlich war es dann auch so, dass man immer gesagt hat wir haben keine Armut im Bezirk und der Bernd Siegelcoe schafft hier einen schlechten Ruf.
00:11:52: Obwohl ich schon unglaublich viele Kinder in die Einrichtung hatte, ich habe vierhundert-achtzig Kinderteilweise, die nur zum Mittagessen gekommen sind.
00:11:59: Ich meine das ist ja auch aufgefallen aber man wollte das eben nicht so wahrhaben.
00:12:04: Das hat eben nicht in dieses Stadtbild gepasst sag' ich mal.
00:12:07: und da noch jemand, der Klartext redet, der keine Hand vor dem Mund nimmt die Medien auch nachlaufen, weil er eben auch immer ein Schaufenster war.
00:12:15: Ich glaube das war auch die Herausforderung damals politisch gewesen in der Anfangszeit zumindest und dass wir eben viele Herausforderungen hatten.
00:12:21: Das ging hin bis dahin, dass ich Morddrohungen bekommen habe jetzt nicht von Politikern auch sehr anonym aber es war klar aus welchen Lager die kommen oder E-Mails wurden drin stand.
00:12:30: verlassen sie diesen Bezirk oder mein Auto wurde zweimal demoliert wo die Polizei gesagt hat da wurde nichts geklaut.
00:12:36: Es waren klare Anschlag auch gegen Sie Und mir war klar, das ist jetzt auch eine Herausforderung für mich und auch bestimmte Herausforderungen für die anderen.
00:12:45: Auch für die Politik letztendlich.
00:12:47: Ich bin jetzt nicht der Typ, der jemand verurteilt aber ich habe von Politikern damals der PDS gehört Wir haben bestimmt vierzig oder fünfzig Prozent ihrer Stimmen verloren weil sie hier in diesem Bezirk sind und eben Dinge benennen, die wir nicht haben.
00:13:02: Dann hatte damals die Stadträte So eine Art Studie machen lassen, dass es gar keine hungrenden Kinder in Anführungsstrichen so wie es die Presse geschrieben hat.
00:13:11: In Matzahn-Hellersdorf gab und diese Studie wollte sie veröffentlicht werden.
00:13:16: Hat dann festgestellt das ich tatsächlich recht hatte und ich musste zu einer dieser... Versammlung im Bezirksamt und musste dann Vortrag halten, weil ich ja recht hatte mit dem was ich immer gesagt hatte.
00:13:28: Und als ich dann fertig war mit meinem Vortag, dann sagt die Stadtretin da sieht man mal wieder dass die Eltern Schuld haben, ich wünsche ihnen einen schönen Abend!
00:13:35: Und dachte wow wenn man mit diesem Problem so umgeht diese Blaueugigkeit auch das hat sich heute verändert.
00:13:40: die Sicht über bedürftige Kinder oder herausgeforderte Vermilien Da ist schon.
00:13:46: kann man heute mehr drüber sprechen Das ist schon salonfähig geworden.
00:13:49: Aber die erste Zeit war für mich manchmal eine Kriegszeit, wo ich morgens aufgewacht bin und habe immer gedacht was passiert denn jetzt als nächstes?
00:13:56: Wo kommt dann wieder irgendwas?
00:13:57: Aber wie war es wirklich am Anfang?
00:13:59: Ich stelle mir wirklich schwer vor.
00:14:00: man gibt einen Job auf.
00:14:03: Die Finanzierung ist unklar.
00:14:05: Irgendwo muss ja das Geld herkommen Für die Einrichtung, für das Essen.
00:14:08: Das Essen muss ja regelmäßig da sein Das heißt jemand muss es jeden Tag kochen.
00:14:14: Das heißt sich brauchen Leute die das auch machen.
00:14:18: Wie funktioniert das?
00:14:19: Es war unglaublich schwer, weil am Anfang war ja niemand da außer dieser kleinen Verein diese paar Leute und erst mal in meinem Wohnzimmer.
00:14:24: Ich bin viel auf die Spielplätze gegangen habe ich mit den Kindern beschäftigt, die da waren.
00:14:28: dann haben wir ein bisschen Geld zusammen gekratzt damit wir so eine kleine Miete in einem kleinen Laden bezahlen können.
00:14:33: der war aber gleich viel zu klein.
00:14:35: Dann bekamen wir vergrotteten Jugendklub angeboten vom Bezirk, den wir dann mieten konnten.
00:14:41: Der günstiger war als dieses Fotogeschäft wo allerdings nur kaltes Wasser war und jedes mal wenn man in den Raum reinkam, roch ist ein bisschen nach dem Abfluss.
00:14:49: aber wir haben das den Kauf genommen weil wir wollten einfach was machen und dann hatte ich dann eben festgestellt dass es eben Kinder gibt die Hunger haben damit.
00:14:56: ich auf die Straße ging vor die Alisalmo Fachschule und habe eine Woche lang Mittagessen verteilt hat Kinder die aus der Schule kamen und hab das begleiten lassen von der Berliner Morgenpost die darüber einen großen Bericht geschrieben haben.
00:15:08: Und wir haben dann gleichzeitig die Kinder gefragt, warum sie bei uns essen und nicht zu Hause?
00:15:12: Ob Sie überhaupt ne Essen bekommen?
00:15:14: In dieser Woche waren ungefähr zwei Hundert Kinder da gewesen.
00:15:17: Davon bekam nur ein Drittel zweimal in einer Woche eine warme Mahlzeit.
00:15:21: Es war klar, wir müssen was machen!
00:15:22: Da schrieb der die Morgenpost das bekam des Fernsehenspitzes.
00:15:26: Dann kam ein Report aus Mainz zu mir und hat mich ein paar Tage begleitet und machte über mich die erste Sendung, die hieß Der Verrückte Pasto aus Berlin Und darauf haben sich Leute gemeldet, die uns an Finanzen gespendet haben, damit wir das machen können.
00:15:40: Sonst würden wir genauso schnell wieder weg gewesen.
00:15:43: Da war eine Frau dabei, die hat einem gleich einen Abend, wo sie es im Fernsehen gesehen hat, vierzigtausend D-Mark damals überwiesen.
00:15:49: und hätten wir dieses Geld nicht bekommen?
00:15:51: Ich habe immer nur mit zwanzig Kindern gerechnet zum Essen kommen, aber es waren ja dann relativ schnell über hundert.
00:15:56: Das ging dann so weiter.
00:15:58: Dann kam der erste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesrepublik im Juni, zwei Tausend Eins raus und vorher war ich immer der Exot Und anschließend war ich der Experte und dann rannten bei mir eigentlich noch bis zum heutigen Tag die Medien jeden Tag ein oder aus.
00:16:11: Das machte uns bekannt, und half natürlich nicht nur die Kinder in Herzhoff zu versorgen sondern viele andere Einrichtungen Deutschlands zu eröffnen.
00:16:20: Sie sagen sie sind Experte?
00:16:21: Deswegen frage ich es dir auch was ist denn eigentlich die Ausschlaggebenden Faktoren damit das ein Kind in Armut gerät?
00:16:31: Wir haben ja diese drei großen Gruppen von... Familien, die von Kinderarmut betroffen sind.
00:16:38: Das sind der größte Punkt.
00:16:39: sind die Alleinerziehenden dann kommen die Migranten und dann kommt die Großfamilien.
00:16:44: Wir haben natürlich das Problem dass viele Alleinerziehende schaffen es einfach nicht, über die Runden zu kommen.
00:16:49: Wir haben ... Hellersdorfer war immer einer der Bezirke, der sehr viel Alleinerziehende hatte und auch sehr junge Mütter mit relativ vielen Kindern.
00:16:57: Ich glaube, wir haben noch die größte Teenagerschwangerschaftsrate von ganz Berlin.
00:17:01: Also wir haben sehr viele sehr junge Mädchen- und Frauen, die Kinder bekommen.
00:17:06: Nicht weil sie nicht verhüten, sondern weil sie Kinder wollen.
00:17:09: weil sie eben häufig auch das Gefühl haben, ich bekomme von zu Hause wenig Liebe.
00:17:12: Da geht es immer nur um Existenzkampf und ich möchte jemanden der mich liebt und denken dann mit den Babys kommt erstmal was zurück aber erst mal muss man etwas geben und dann beginnt ein Kreislauf, der eben nicht weitergeht.
00:17:22: Und wir haben eben auch sehr viele Aufstocker Das heißt unsere... Alleinerziehende sind nicht verholt, die gehen arbeiten.
00:17:28: Aber müssen nebenbei noch zum Jobcenter gehen und ihr Leben alimentieren lassen weil sie um drei Stunden arbeiten.
00:17:35: Und das ist schon der Fehler.
00:17:36: ich sage immer man sollte eigentlich das Jobcenter das Geld was der meistens Frau zusteht, dem Arbeitgeber überweisen und dann müsste es mit dem Gehalt ausgezahlt werden.
00:17:45: Das würde dann der Mutter oder den alleinerziehenden Vater Perspektive und Würde geben und nicht ... Er hat immer das Gefühl ich muss betteln und muss mein Leben alimentieren so wird die Arbeit subventioniert gibt mir als anderes Bild auch für die Kinder.
00:17:57: Und da gibts eben eine große Zahl von Menschen Mit Migrationshintergrund Die auch in der Regel mehr Kinder haben, die ja auch Nicht Alle Arbeiten gehen.
00:18:04: und das haben wir zwei tausend fünfzehn natürlich gemerkt.
00:18:07: Herr Lassdorfer hatte bis dahin einen Migrationsanteil von zwei Komma neun Prozent.
00:18:11: und dann hat sich tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes das Stadtbild verändert.
00:18:15: Auf einmal kamen unglaublich viel Geflüchtete, weil man hatte in Berlin nicht verteilt.
00:18:19: Die guten Bezirke zählen Dorf und Dalim sind ja ein bisschen von den Asylantenheimen ausgenommen worden, aber die Brennpunktgebiete wie Matzan Hellasdorfer oder so.
00:18:27: Die sind dann überflütet worden, überreizt worden mit diesen Herausforderungen.
00:18:31: Und am Ende des Tages – und sie hatten am Anfang von Angela Merkel gesprochen, die ich auch kritisiert habe schon vor vielen Jahren als sie sagte wir schaffen das.
00:18:39: Da hab' ich mich mal gefragt, wen meint ihr denn?
00:18:40: Sie meinte uns!
00:18:41: Die schaffen müssen die Ehrenamtlichen und die sozialen Einrichtung, die das Problem auffangen.
00:18:47: Und dadurch hat sich im Prinzip alle fünf Jahre unsere Arbeit auch verändert, weil immer wieder neue Kinder gekommen sind und immer neue Herausforderungen.
00:18:54: Jedes Kind jede Kultur bringt ja auch etwas mit wo man sich darauf einstellen muss fragen auf die man früher sich gar nicht beschäftigt hat zum Beispiel das Essen.
00:19:04: Früher konnten wir alles kochen.
00:19:06: Auf einmal hast du jüdische Menschen, hasst du muslimische Menschen die zum Beispiel kein Schweinefleisch essen.
00:19:11: oder wir haben in manch einer Einrichtung Hindus.
00:19:13: und dann sage ich bei euch in einem Ferienlager und sag' du wenn du Spaghetti Bolognese machst bitte nicht mit Schwein!
00:19:19: Dann sitzt da so ein Junge kriegt der Spaghetti bologneser, wo ist er
00:19:22: drauf?!
00:19:23: Ist Schwein?
00:19:24: Ich sag' nichts, nicht Schwein, es rindt.
00:19:25: und jetzt schiebt ihr den Teller weg.
00:19:27: Was machst Du denn?
00:19:28: Das ist so, ich bin Hindu.
00:19:29: Okay, nicht drüber nachgedacht aber das sind so die Herausforderungen, die dann manchmal auch ganz lustig
00:19:33: sind.
00:19:37: Die Armut hat zum einen darin die Wurzeln, dass viele Mütter oder Väter alleinerziehend sind.
00:19:44: Und zweitens sagen sie jetzt haben wir tatsächlich eine Armutsmigration im Bezirk
00:19:50: d.h.,
00:19:51: die Leute kommen schon und sind quasi armen mit den Kindern.
00:19:59: viel kinderreicher, die zu uns in den Bezirken kommen und man sieht das tatsächlich auch im Bezirk.
00:20:05: Gut ist nicht nur der Beziel.
00:20:06: Ich will jetzt nicht nur das auf Marzahn-Hellersdorf schämen.
00:20:08: Natürlich lebt es ja in ganz Deutschland, aber ganz Berlin merken wir diese Herausforderungen, die neu sind.
00:20:13: Damit müssen Sie umgehen lernen!
00:20:15: Ja, aber wie sehen sie das?
00:20:20: Sie haben hier so ein bisschen getrennt Kirche und ihre Aktivität oder sagen, die Kirche macht nicht das was wir machen.
00:20:29: Machen Sie das jetzt einfach intrinsisch aus sich heraus oder ist doch der Glaube am Ende Ihrer Motivation?
00:20:36: Also wenn ich keinen Glauben hätte, würde ich heute nicht mehr hier sitzen.
00:20:39: Weil wir natürlich... Wir arbeiten im Brennpunkt und im Brenmpunkt brennt es!
00:20:44: Ich weiß nicht wieviel, fünfzehn, sechzehn Kinder in den letzten dreißig Jahren sind gestorben.
00:20:49: Bei dem Amoklauf in München waren drei Arche-Jugendliche dabei.
00:20:53: Das Mädchenschanthall in Hamburg, das an der Methadonvergiftung gestorben ist war ein Archekind.
00:20:58: Der Vater, der sich und seine drei Kindern meisten Weihnachten vor anderthalb Jahren umgebracht hat, war eine Archefamilie.
00:21:04: Wir haben mit allem zu tun Und dann muss ich sagen wenn ich keinen Fundament hätte Dann bräuchte jeden Tag im Psychologen zudem ich laufe Der mich wieder aufbaut.
00:21:13: Deswegen hilft mir mein Glaube.
00:21:16: Aber würde man da nicht klar genau sagen, okay, wo ist denn der Gott?
00:21:20: Na ja gut, das ist immer die falsche Frage.
00:21:22: Wir suchen hier immer einen Schuldigen.
00:21:23: Es ist ja nicht Gott, wenn ich jetzt die Bibel richtig verstehe, es ist ja kein Gott, der die Not zulässt sondern sehr Mensch, der den Not macht.
00:21:30: und deswegen gehe ich ja in die Politik um auch ein bisschen darauf hinzuweisen dass wir auch politische Rahmenbedingungen schaffen müssen damit es diese Armut nicht mehr gibt.
00:21:40: Ich meine, in den Jahren des Jahrhunderts hat ich eben gesagt, weil der erste Armutsbericht der Bundesregierung damals gab es ein bis zwei Millionen Kinder im finanziellen Armut heute weit über drei Millionen.
00:21:50: Da ist ja politisch nichts passiert da sich keine Partei mit Ruhm bekleckert im Kampf gegen Kinderarmut.
00:21:55: Im Gegenteil während den Wahlkämpfen sind viele Politiker gekommen und haben sich mit mir fotografieren lassen.
00:21:59: aber am Ende des Tages habe ich immer gesagt wo sind die Ergebnisse?
00:22:02: was machen wir heute?
00:22:03: Wo ist die Veränderung?
00:22:04: Es ist immer noch so das Bildung abhängig ist vom Einkommen der Eltern.
00:22:08: Kinder sind heute ein unkalkuläberes Armutsrisiko.
00:22:11: Wir sprechen über Renten, aber wir sterben aus als Deutsche weil wir gar keine Kinder mehr bekommen war.
00:22:16: jeder mit dem ich mich unterhalte sagt wie kann man in diese Welt noch Kinder setzen oder in dieses System oder in Deutschland überhaupt?
00:22:25: und das ist wird dann schwierig.
00:22:27: und wenn ich die Kinder nicht mehr im Fokus habe wenn ich nicht das Gefühl habe dass Kinder wie Könige behandelt werden sondern eben als eine Gruppe die nicht wählen darf Dann haben wir unsere Entscheidungen mit unseren Kindern selber getroffen, denn überlegen Sie mal.
00:22:39: Wir haben in Deutschland im Grunde gar keine Bodenschätze aber wir haben Kinder.
00:22:42: Aber für TÜV auch nicht genug.
00:22:44: also im Prinzip machen wir alles falsch.
00:22:47: Genau da ist ja nicht diese Diskrepanz zu sagen okay Kinder sind ein Armutsrisiko sie sagen es selber und das sagen dann auch die Menschen die keine Kinder haben wollen.
00:22:57: gleichzeitig sagen sie sie sind eine Bereicherung.
00:23:02: Ja was sind sie?
00:23:04: Ein reiches Land sollte man doch einig an seinem Kinderreichtum ausmachen, denn wenn wir für unsere Kinder gesorgt haben... Wir sind ja immer so typisch Deutsch.
00:23:13: Die sagen, Kinder sind unsere Zukunft.
00:23:15: Wenn man der größte Quatsch den ich höre, weil man redet dann immer nur vom wirtschaftlichen Faktor.
00:23:19: Erstmal sind Kinder unsere Gegenwart und was ich heute nicht in sie investiere bekomme ich auch raus, auch als Zukunft.
00:23:25: aber diese Zukunft ist eben nicht rosig!
00:23:28: Wir sind die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt.
00:23:30: Manche würden jetzt sagen, oh, das war schwach, das waren wir mal.
00:23:32: Ja, wir sind es immer noch.
00:23:34: Aber trotzdem brauchen wir in Deutschland fünf Generationen, um aus der Armut rauszukommen.
00:23:40: Wie kann denn das funktionieren?
00:23:42: In einer Gesellschaft die eigentlich eine Wohlstandsgesellschaft ist.
00:23:46: Wir sind einig des Landes der Dichter und Denker hier entstammen unglaubliche Größen aus unserem Land.
00:23:52: Dreihunddreißig Prozent aller fünfzehnjährigen Deutschen können ich richtig lesen und schreiben.
00:23:56: In vielen Schulen wiederholen dreißig prozent der Erstklässler die erste Klasse Und wenn wir so weitergehen, dann haben wir uns auch ein Schulabgang jedes Jahr.
00:24:04: Das sagt doch was und das liegt nicht an einer Flüchtlingswelle oder an Migranten.
00:24:09: Wir unternehmen nur nichts dagegen, weil wir Kinder nicht den Wert zu sprechen, denen sie eigentlich haben.
00:24:19: Jetzt
00:24:20: sind Sie ja selber aus einer Armut raus?
00:24:23: Irgendwann war der Punkt, Sie sagen mit sechzehn kam jemand und sagte zu ihnen weißt du dass es jemand gibt, der dich liebt?
00:24:33: Was hat das bei Ihnen ausgelöst?
00:24:35: Erst mal bin ich auf St.
00:24:36: Pauli groß geworden in Hamburg, also den größten prostitutierten Viertel von Europa und dann kommt ein Kerl auf mich zu und sagt weißt du eigentlich dass es gibt jemanden der dich liebt, dem wir dir am liebsten noch die Frisse hauen?
00:24:47: aber für mich war das eigentlich eher so... Das war sowieso einen Stich ins Herz.
00:24:51: Auf einmal wenn man klar Alter, ja.
00:24:54: Mir war's als Kind nicht so bewusst.
00:24:55: Kinder sind Gewohnheitstiere.
00:24:57: Bei mir zu Hause herrschte viel Gewalt und wenn ich aus der Schule kam, habe ich den Haushalt gemacht, dann bin ich raus auf die Straße.
00:25:03: Das war mein Zuhause und abends bin ich wieder nach Hause.
00:25:06: Dann hab' ich da geschlafen und fertig.
00:25:08: Aber mir war auf einmal so klar Liebe ist etwas was mir fehlt!
00:25:12: Und dann habe ich gesagt Ja, ich will diese Liebe weil er sprach dann von Gott.
00:25:15: aber wie gesagt, von dem habe ich keine Ahnung.
00:25:16: und dann habe zum ersten Mal in meinem Leben bewusst gebetet... ...und dann wurde ja nicht erstmal was anders Aber zumindest war da eine Hoffnung, dass sich etwas verändert.
00:25:26: Und natürlich habe ich dann auch andere Menschen kennengelernt.
00:25:28: Habe ich zum ersten Mal Christen kennengelernen die aus sehr hart sein können weil ich war immer der Junge von St.
00:25:32: Pauli in einer Kirche wo die Leute schon.
00:25:36: das ist so wie heute in der Politik.
00:25:38: Ich bin nicht Partei-Politiker sondern der von außen kommt mit seiner Meinung und seinem klaren Reden mit seinen Konsequenzen handeln Der manche Dinge gar nicht so sieht wie Parteipolitiker und sowas eben auch junger, straßenjunge in eine Gemeinde mit seiner ganzen Art.
00:25:55: Mit seinem großen Maul manchmal vielleicht.
00:25:58: ja ich habe Dinge anders ausgedrückt und das war eine Herausforderung aber es hat mir im Prinzip das Leben gerettet.
00:26:04: Und kommen wir zurück zur Arche.
00:26:08: da hört's hier nicht auf.
00:26:08: mittlerweile glaube ich brauchen sie bis zu achtundzwanzig Millionen Euro im Jahr
00:26:15: Bei elf tausend Kindern am Tag.
00:26:18: Wie finanziert, also woher bekommen Sie das Geld?
00:26:20: Na frage ich mich auch jeden Tag.
00:26:22: Wir leben nur von Spenden und es heißt wir haben drei Kitas in Deutschland.
00:26:25: die werden natürlich durch staatliche Mittel bezahlt und wir sind an zwei-drei Schulen mit der Ganztagsbetreuung.
00:26:32: Das wird natürlich vom Staat bezahlt.
00:26:33: aber diese achtundzwanzig Millionen brauchen wir für die elftausend Kinder die jeden tag unsere Archen besuchen Und die teilen sich so auf dass ein Die Hälfte etwas mehr als die Hälften sind Unternehmen spenden die allerdings auch gerade nicht immer so stark sind, weil die Unternehmer merken natürlich auch dass die Spritpreise steigen und dadurch gehen die Spender immer wieder ein bisschen zurück.
00:26:54: Ist
00:26:54: das wirklich Spender aus Berlin oder Umfeld sondern wirklich deutschlandweit dann?
00:26:59: Wir haben deutschlandsweite Spender genau bei der Summe achtundzwanzig Millionen.
00:27:03: Die sieben Einrichtungen, die wir in Berlin haben finanzieren sich nicht ausschließlich durch Berliner Spenden
00:27:09: Und staatliche Zuwendung bekommen Sie gar keine.
00:27:12: Wir beantragen manchmal so für Ausflüge oder sonst irgendwas kleine Summen.
00:27:16: Da kriegen wir manchmal etwas, aber sonst das Grot wird nicht bezahlen.
00:27:21: Ja und jetzt sind Sie wie ich anfangs erwähnt habe schon der große Kümmerer.
00:27:27: Jetzt wären sie damit nicht konfrontiert.
00:27:31: Sie sagen also von Leuten aus dem Bezirk warum... Gehst du jetzt in die Politik?
00:27:37: Ich meine, da passiert doch nichts.
00:27:38: Da kann man auch nicht sagen und sie sind doch der beste Beweis, dass man eben außerhalb der Politik wirklich was erreichen
00:27:43: kann.".
00:27:44: Ja das begegnet mir tatsächlich!
00:27:46: Mir begegnen noch viele andere Dinge, die noch viel deutlicher sind... Wie zum
00:27:50: Beispiel?!
00:27:51: Was du bist in der CDU, CDU ist scheiße aber dich finden wir geil.
00:27:55: Und dann sag ich immer gut, dann macht es kurz in einer richtigen Stelle.
00:27:59: Man muss sich natürlich immer wieder mit diesen ganzen Bundesthemen auseinandersetzen und auch die Frage beantworten Ist es wirklich der richtige Weg für dich in die Politik?
00:28:07: Und dann sag ich immer, ja.
00:28:08: Ich habe über dreißig Jahre lang gesellschaftlich gekämpft und ich glaube auch viel erreicht mit zwölf Büchern und vielen anderen Dingen.
00:28:16: Aber ich möchte dem noch mal eine Krone aufsetzen.
00:28:18: Ich möchte den Menschen, die keine Stimme haben, auch politisch eine Stimme geben und vielleicht ein bisschen in der Politik das schlechte Gewissen sein.
00:28:26: Deswegen mache ich das.
00:28:28: Dann kommen natürlich immer wieder so diese Fragen.
00:28:30: aber als Einzelpersonen kannst du doch diesen Parteienwust nicht durchbrechen.
00:28:34: Und dann sage ich den Leuten, naja als ich vor dreißig Jahren anfing war auch allein und hätte mir das damals gesagt dass eine Einzelperson nichts erreichen kann.
00:28:41: Dann hätte ich nicht weiter gemacht.
00:28:42: aber guckt ja an was geschehen ist.
00:28:44: Ich habe das damals nicht gewusst wo sich's hin entwickelt weil es jetzt auch schwindeleregend vierhundert Angestellte, fünfhundert Ehrenamtliche, elftausend Kinder und jetzt in der Politik.
00:28:53: Es ist natürlich ein Unterschied.
00:28:55: früher war ich irgendwie auch vom Gefühl ein bisschen freier und ich merke natürlich dass ich Nicht mit allem was ich sage in der Öffentlichkeit oder dass ich eben dort auch anecke in der Partei, weil ich eben auch Klartextredner bin und ich habe auch meine klaren Vorstellung.
00:29:10: Und wenn die Bundespolitik meinen Wahlkampf schwer machen, weil sie eben Reform auf den Weg bringen, die meiner eigenen Arbeit schaden oder die Gespräche auf der Straße schaden, überlegen wir mal wenn wir das mit den Mini-Jobs jetzt umsetzen.
00:29:24: Was machen wir mit den ganzen Rentnern?
00:29:26: Die bis siebzig hier noch länger arbeiten sollen und dann auf Minijobbasis gehen oder in der Gastronomie oder meine eigenen Einrichtung Dann schadet mir das in letzter Instanz.
00:29:35: Oder eine Pflegereform, oder Rentenreform wo man dann den Leuten die jahrzehntelang eingezahlt haben sagen muss okay nicht nur eure Renten werden verstört sondern es wird den Leuten immer schlechter gehen.
00:29:47: wir reden noch gar nicht über Altersarmut von erziehenden Müttern die auf uns zurollen wird wie eine Welle die wir gar nicht bezahlen können.
00:29:55: und dann denke ich manchmal ja Unsere Politiker ganz oben brauchen mehr Bürger näher, um mal zu hören was tickt bei dem Bürgernicht.
00:30:02: Und ich meine jetzt nicht die einzelnen Kandidaten, die auf der Straße stehen im Wahlkampf machen und diese Gespräche führen oder die Parteibüros haben wo die Leute hingehen können um ihre Fragen zu stellen.
00:30:11: aber manchmal habe ich das Gefühl da werden Themen angesprochen die sind einfach nicht durchdacht weil man nicht auf die Leute hört die eigentlich betroffen sind.
00:30:20: Sie haben sogar also die Politik der CDU strahlt ja bei Ihnen auch für Ihren Wahlkampfer aus sprich die Bundespolitik Aber auch die Landespolitik, würde ich sagen.
00:30:28: Genauso mit den ehemaligen oder der ist noch amtierende Bürgermeister Wegner... ...oder aber auch mit Merz und seinen Skapaten oder Äußerungen und Unglaubwürdigkeiten bei seine Lügengeschichten, sage ich mal jetzt ganz offen.
00:30:47: Und Sie haben da auch neulich einen Post abgesetzt auf Instagram.
00:30:50: Da haben sie geschrieben Es hilft nur noch beten!
00:30:56: Wie bringen sie das zusammen?
00:30:57: Sie wollen jetzt aktiv werden, aber am Ende sagen sie es hilft.
00:31:01: Also ist ihre Hoffnung doch nur beim Gott oben im Himmel.
00:31:07: Man schmeißt es manchmal schnell hin und sagt da hilft jetzt nur noch Beten.
00:31:10: Für mich ist das nicht schnell hingeschmissen weil ich glaube dass wir auch in der Politik lernen müssen viel selbstkritischer zu sein.
00:31:18: Zu schauen was kommt bei den Leuten an?
00:31:20: und wenn ich einen Bundeskanzler habe... Den Menschen sagt ihr seid faul, ihr seid nörgler und ich nicht wertschätze dass das eigentlich meine Arbeitgeber sind.
00:31:31: Die haben mich gewählt Und ich habe einen bisschen anderen Blick von Politik.
00:31:35: Ich finde nicht dass Politiker die Staatsoberhäuter sind sondern sie sind die staatsdiener und in erster Linie ist erstmal das dienen angesagt nämlich erst mal zu gucken Was ist wirklich der Bedarf?
00:31:45: Und ich kann Menschen nicht ein Pauschal-Urteil an den Pranger stellen, weil die meisten Deutschen sind ja nur doch fleißig.
00:31:53: Die sind pünktlich!
00:31:53: Die gehen ihre Arbeit nach und machen auch freiwillig Überstunden und lassen sich die nicht immer auszahlen.
00:31:58: und lassen sie sich auch nicht in meinen Urlaub aussahen sondern sie tun was.
00:32:02: es gibt die anderen.
00:32:03: und da fehlen immer diese drei vier fünf Nachsätze, auch diese Stadtbilddebatte.
00:32:07: Friedrich Merz hatte vollkommen recht mit dem was er sagt aber dann bitte schön schiebt doch diese zwei Sätze nach.
00:32:12: Es ist doch etwas, was sich verändert.
00:32:13: Und da gibt es Kriminalität auf der Straße und wir gehen nicht mehr freiwillig auf die Bahnhöfe weil wir dort Angst haben.
00:32:19: Wir haben ein Problem durch die Gethuisierung.
00:32:21: ja das muss man benennen gar keine Frage.
00:32:24: aber da ist eben vieles nicht.
00:32:26: da muss man eben auch binden oder diese Selbstkritik.
00:32:30: Man muss sich auch mal selbst kritisieren und da bewundere ich wirklich Gordon Schneider, der neue Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, der einfach mal ins Ahrthal fehl, obwohl es nicht sein Bundesland ist und sich bei der Bevölkerung entschuldigt, was da schief gelaufen ist.
00:32:43: Und da hat jemand ein Arsch in der Hose und macht das und das fehlt mir ganz häufig.
00:32:46: Dann kann man manchmal nur noch beten dass die Einsicht kommt, dass Politik letztendlich etwas für die Menschen tun muss damit sie nicht immer extremer wählen und immer nur noch in Sack hauen.
00:33:02: Was meinen Sie, was mir auf der Straße begegnet?
00:33:03: Wie die Leute mich manchmal anschreien und sagen schämt euch!
00:33:06: Und ich denke manchmal ja du hast recht mit dem, was du sagst.
00:33:10: Damit greifst Du mich aber nicht an weil erst mal bin ich nicht verantwortlich für das, was da oben gerade passiert ist.
00:33:15: Ich bin erst seit zwei tausend vierundzwanzig dabei und meine Motivation ist eine andere Weil ich will dir helfen.
00:33:20: Ich will dich ja unterstützen Aber da ist ein Apparater hinter, den man auch einmal bewegen muss.
00:33:26: Sie haben in einem Facebook-Post genau das geschrieben, dass das Vertrauen weg ist von der CDU.
00:33:33: Aber
00:33:34: generell von der Politik würde ich sagen und sie auch eine Entschuldigung haben wollen.
00:33:39: also die Politiker müssen in der Lage sein sich zu entschuldigen.
00:33:43: Das schafft doch erstmal Glaubwürdigkeit.
00:33:45: Ich meine wenn ich ein Fehler gemacht habe dann kann ich doch zu dem Fehler stehen.
00:33:49: Was ist denn
00:33:50: das Problem?
00:33:50: Genau was uns fehlt glaube ich derzeit.
00:33:55: Wir haben ein massives Glaubwürdigkeitsproblem in der Politik.
00:33:58: Definitiv, das sehen nur die wenig sein.
00:34:00: Nehmen wir jetzt mal den Bundeskanzler Friedrich Merz.
00:34:03: Er war ja ein guter Oppositionsführer deswegen haben ihn ja auch so viele Leute vertraut dann macht er einen Fehler indem er diese Schuldenbremse auslöst obwohl er vorhin gesagt hat mach ich nicht.
00:34:17: Es war völlig klar, man muss kein Ökonom sein im Osterrechnisse ohne Schuld nicht gegangen werden.
00:34:21: Ob diese Größe hätte sein müssen ist eine ganz andere Geschichte.
00:34:24: Aber er hätte das ganz schnell vom Tisch bekommen in dem er gesagt hat und das war ja nun auch augenscheinlich Ich wollte dieser alte Politik der Ampel nicht mehr Und ich habe jetzt alles dran gesetzt damit ich endlich gewählt werde.
00:34:35: Und ich hab die Schuldenbremse aufgelöst obwohl ich schon vorher wusste Ich habe geflunkert, weil ich die Regierung übernehmen wollte.
00:34:43: Weil ich es besser machen wollte für euch und ich entschuldige mich dafür dass ich gemacht habe.
00:34:46: aber jetzt lass uns mal sehen wie wir da das Beste rausholen können.
00:34:49: natürlich wäre die Bevölkerung dreivierteljahr sauer auf ihn oder ein halbes Jahr sauer Aber er hätte sich nackt und ehrlich gemacht Und das ist das was die Leute hören wollen.
00:34:57: auch wenn ich mich verquatscht hab gesagt in dieser Stadtbilddebatte Da wurden mir drei Chancen eingeräumt aber man zurück zur Ruhe dann und sagen ja ich habe mich da weit aus den Fenster gelegt und ich habe vielleicht zwei drei Sätze nicht gesagt.
00:35:09: Ich hab das aber gemeint, weil ich gedacht habe ihr versteht es richtig.
00:35:12: Wenn wir mal ein bisschen zurück rudern und mal versuchen dann ... Ich hab auch schon so manchen Posts abgesetzt wo die Leute mir auf die Füße treten könnten.
00:35:22: Man muss es nur richtig lesen Ja?
00:35:24: Ich greif ja kein persönlich an.
00:35:26: natürlich greife auch meine eigene Partei manchmal an.
00:35:29: Aber diese Selbstkritik müssen wir... Ich greife auch die Arche manchmal an, ich greif auch manchmal meinen eigenen Mitarbeitern und das dürfen sie bei mir.
00:35:35: aber auch wenn ich einen Fehler mache okay kann ich mich hinsetzen alter wenn ich es einsehe und sage ich habe einen Fehler gemacht.
00:35:40: tut mir leid jetzt lass uns mal gucken wie wir's beste daraus machen
00:35:43: können.
00:35:43: Was hat denn der Regierende Bürgermeister Wegner falsch gemacht?
00:35:48: Also erstmal möchte ich sagen dass das Problem ist, dass mein erstes Mal wenn einer einen Fehler macht, vergisst man was ja Gutes gemacht hat.
00:35:56: Und das glaube ich ist auch in der politischen Debatte auch meine Herausforderung.
00:35:59: Er hat sehr viel bewegt auch in dieser Stadt in der kurzen Zeit wo er da war sprechen über das beste Polizeigesetz von Deutschland.
00:36:05: wir haben es noch nicht so umsetzen können weil wir nicht genug Mitarbeiter und die richtig Ausstattung haben.
00:36:09: Bürokratie sie kriegen jetzt viel schneller beim Bürgeramtentermin.
00:36:13: aber mit einem Schlag ist das alles weg weil jemand gelogen hat oder kommunikative Fehler gemacht hat.
00:36:20: Und doch dort hätte man früher zurückrudern können.
00:36:22: Ich mag ihn, finde das er wirklich ein netter Mensch ist und schätze auch was er gemacht hat in seinem Kampf gegen Antisemitismus.
00:36:30: Hut ab.
00:36:31: aber in diesem Punkt muss ich sagen, man muss früher zurück rudern wenn man bei einer Lüge erzappt wird oder wenn man darf sich nicht verrennen, man darf es nicht von einem zum anderen machen.
00:36:41: Ich war nicht dabei gewesen, ich kann gar nicht beurteilen ob er Tennis gespielt hat wo er Wasser gemacht habe, wem er telefoniert hat will ich gar nicht werden.
00:36:48: Aber trotzdem muss man auch als Politiker und vor allem als Politika die Glaubwürdigkeit bewahren, wahr- und offen sind.
00:36:55: Mein Vorbild Wolfgang Bosmer hat mal gesagt, politisch korrekt ist nur die Wahrheit.
00:37:02: Punkt!
00:37:03: Mir gibt es dazu nicht zu sagen.
00:37:05: Die große unbekannte Bezirk bei Ihnen aber auch in Berlin allgemein ist die AfD.
00:37:10: Unbekante?
00:37:11: Ja, unbekannt ist sie nicht.
00:37:11: Also
00:37:12: unbekannte Wasse für Prozente erreicht.
00:37:16: Wir haben Anhaltspunkte, dass sie stärkste Kraft wird auch in Marzahn-Hellersdorf weil es ganz knapp bei der letzten Wahl geschafft hat.
00:37:25: Wenn man ihn zuhört könnte man noch meinen da würden Sie doch viel besser reinpassen als die CDU.
00:37:30: wahrscheinlich wären sie auch mit solchen Argumenten konfrontiert an den Ständen oder nicht?
00:37:37: Ja, ich werde natürlich mich nur von über die AfD.
00:37:40: Manche Leute sagen, warum bist du nicht in der AfD mit dem was Du weißt und es würde besser passen?
00:37:45: Manche sagen, Warum bist du denn nicht bei den Linken?
00:37:47: Also ich habe wirklich dieses breite Spektrum und kann gar nicht sagen, was dem überwiegt.
00:37:52: Und natürlich hab' ich gesagt Ich bin in eine Partei eingetreten wo ich die wenigsten Kompromisse machen muss und ich will in einer Partei, in der auch Regierungsverantwortung haben.
00:38:01: Das war mir wichtig!
00:38:03: Klar, die AfD hat natürlich den großen Vorteil, dass sie die Probleme benennt.
00:38:08: Die anderen Jahre lang verschwiegen haben weil man nicht gewagt die Themen vom Gartenzaun in die Öffentlichkeit zu bringen.
00:38:14: und deswegen muss man eben auch sehen da ist eine Partei jetzt wächst Auch gewählt wird, weil viel frustrer ist.
00:38:23: Weil das nicht die Altpartei, die man mal eine Chance geben sollte.
00:38:26: Ob es ist können oder nicht?
00:38:27: Ich will gar nicht werden!
00:38:29: Es ist für mich eine demokratisch gewählte Partei vor dem viele Angst haben.
00:38:33: Aber ich habe aber viel mehr Angst davor als wenn wir es so nennen dürfen... Politiker der Mitte unseren Auftrag nicht mehr ernst nehmen, weil wir nur noch über die Angstthemen reden.
00:38:43: Ich rede wieder schlecht über die Linken, auch über die Rechten und über die Mitte, noch über sonst irgendwas.
00:38:48: Mir ist es wichtig gute Politik zu machen wieder an dem Punkt kommen wurden, wo mal ein Helmut Kohl oder einen Helmut Schmidt die Regierungsverantwortung in Deutschland hatte.
00:38:59: Da waren wir bei den Wahlergebnissen bei forty- acht Prozent und geben uns nicht mit zwanzig Prozent zufrieden.
00:39:03: dann müssen wir auch nicht über andere Parteien reden.
00:39:06: was halten Sie denn von der Brandmauer?
00:39:09: Ich wusste dass diese Frage kommt.
00:39:12: Ich sage den Leuten auf der Straße auch, weil diese Frage kommt ganz oft.
00:39:15: Wäre ich vor zwanzig Jahren in die Politik gegangen?
00:39:17: Dann hätte ich mir niemals darüber Gedanken gemacht mit welcher Partei ich koalier und mit welchen nicht sondern ich würde so eine gute Politik versuchen zu machen dass sich die absolute Mehrheit bekommen.
00:39:26: Die Zeiten haben sich geändert auch was das Thema Brandmauer betrifft.
00:39:29: Ich weiß es viele Menschen gibt die Angst haben dass irgendwas zurückkommt Und sicherlich bekleckert sich die AfD nicht mit Rom wenn immer wieder irgendwelche Leute in ihrer Partei Sprüche raushauen, die man wirklich maßgeblich auch als rechtsradikal bezeichnen darf.
00:39:44: Wenn sie das ändern wird und vielleicht sich auch von diesen ein oder anderen Menschen trennen würde, die dafür sorgen dass eben dieses Bild in der Öffentlichkeit gemalt wird und von den Kritikern an den Pranger gestellt wird was ja auch nicht verkehrt ist dann wird die AfD vielleicht noch mehr Anglaubwürdigkeit gewinnen.
00:40:04: Ich bin eher ein Freund davon mich klar zu positionieren für das, was ich denke und fühle.
00:40:09: Ich muss nicht das tun, was andere tun.
00:40:12: Ich finde aber jedes Mal wenn wir negativ über die AfD reden und ich spreche jetzt bewusst über die AFD dann bekommt sie Null.
00:40:18: Komma ein Prozent willer stimmen anstatt vernünftig die Themen zu benennen.
00:40:23: Wenn unsere Regierungsparteien vernünftig arbeiten würden und mehr auch an glaubwürdigkeit arbeiten würden Dann bräuchte man sich doch nicht über Brandbauern zu treiben.
00:40:32: Also hat auch die AfD ein Glaubwürdigkeitsproblem?
00:40:36: Ja, meiner Meinung nach.
00:40:37: Die AfD hat den großen Vorteil, sie müssen keine Wahlwerbung machen, die hängt zwar ihre Wahlplakate auf aber die kriegen ihre Stimmen ob der Kandidat bekannt ist oder unbekannt ist.
00:40:45: Ich habe Sprecher mit Leuten auf der Straße und sage immer wenn Sie mir von der AfD erzählen dann sag ich immer wisst ihr eigentlich wer das Bundestagsmandat gewonnen hat in diesem Bezirk?
00:40:55: Den Gewinner sieht man aber nicht Und das ist natürlich ein Glaubswürdigkeitsproblem.
00:41:00: Ich sage, mich seht ihr seit ersten Mal jeden Tag auf der Straße und könnt ja auch anfassen weil ihr sieht mich seit über dreißig Jahren in der Arche.
00:41:05: da ist vielleicht auch nochmal der Unterschied aber die AfD muss eigentlich nichts tun.
00:41:09: dann muss ich keine Kandidatin auf die Straße stellen weil sie leben letztendlich von den Fehlern.
00:41:14: Ich nehme mich jetzt mit ein, weil ich ja mit der CDU bin.
00:41:18: Die leben von unseren Fehlern und würden wir weniger Fehler machen dann müssten wir uns keine Sorgen machen wie das Wahlergebnis ausgeht.
00:41:25: Aber wie könnten wir diesen Knoten lösen?
00:41:27: zu sagen?
00:41:29: Ja vielleicht geht doch mal die CDU und die AfD aufeinander zu.
00:41:34: Also ich würde mal sagen dass wichtigste was wir machen sollten ist nicht quatschen sondern machen also gute Politik für den Bürger den Bürger abholen.
00:41:43: Ich bin ein großer Freund von Bürgerräten, so wie es in der Schweiz gibt, wo man mit den Bürgern nicht nur darüber redet was in der Nachbarschaft los, welche Laterne ist kaputt sondern auch über die Themen und wo die Nachbarn auch mal sagen können das muss Politik auch bewegen, darüber muss Politik reden und dann würde so eine Glaubenswürdigkeitsprobleme nicht mehr da sein und in dem Verhältnis mit anderen Parteien immer nur darüber zu reden falsch machen und negativ machen.
00:42:10: Ich weiß noch, als der Bundeskanzler im Wahlkampf war, also Friedrich Merz hatte gesagt, der Grund uns zu wählen ist das Versagen der Ampel.
00:42:18: Das ist für mich keine Politik.
00:42:20: Ja?
00:42:20: Das ist
00:42:22: letztlich auch die Politik der AfD gerade dann.
00:42:25: Das Versagen des anderen...
00:42:27: Im Prinzip.
00:42:29: Die anderen sollten vielleicht nicht versagen, sondern die anderen sollten es richtig machen und jeder sollte für seine Werte kämpfen und wenn er von seiner Partei überzeugt ist dann muss man sich nicht mit den anderen so stark auseinandersetzen.
00:42:39: klar Wenn's um die Frage der Enteignung geht habe ich auch meine Meinung da müssen wir einen Taschenrechner nehmen und rechnen.
00:42:44: oder wenn es um Dinge gibt wo man auch auch die AfD sagt Dinge, wo ich sage okay jetzt gleich alle abschieben.
00:42:51: Ich übertreibe mal ein bisschen was die Leute zu mir sagen es gibt ja auch im Völkerrecht das geht jetzt alles nicht so über Nacht und es kostet auch alles Geld und das muss auch irgendwo vorherkommen.
00:42:59: in letzter Instanz kochen alle am Ende des Tages nur mit Wasser Und da muss man eben gucken, wie weit man das Wasser zum Kochen bringt und wie man es... Da sind auch gute Vorschläge.
00:43:09: Auch bei den Linken, auch bei der AfD, auch beim SPD oder bei den Grünen.
00:43:13: Und in der Bibel steht prüftet alles und das Beste behaltet – und das gilt für mich!
00:43:18: Das ist ein gutes Motto, ein guter Schlusssatz auch, würde ich sagen.
00:43:22: War ein sehr interessantes Gespräch.
00:43:23: Schön, dass Sie da waren.
00:43:25: Danke für die Einladung.
00:43:26: Wer uns weiterhin unterstützen möchte, kann das hier gerne mit einem FOLLOW tun.
00:43:30: Weitere Infos finden Sie auch unten in der Videobeschreibung.
00:43:34: Vielen Dank und einen schönen Tag!
00:43:36: Abend war noch immer sie uns zu schauen.
00:43:38: Auf Wiedersehen.
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